Pressehütte Mutlangen


Aus zwei Weltkriegen hat man offenbar nichts gelernt! Weiterhin setzt man auf das Militär.

Wir fordern: Volkstrauertag ohne Soldaten!

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Ab hier Zitat aus der "Schwäbischen Post" 16.11.2014 von Eckard Scheiderer, Josef Schneider und Martin Bauch - Erinnern ist eine Zukunftsaufgabe

Volkstrauertag im Zeichen der Weltkriege-Jahrestage, von Krieg und Terror in der Ukraine und in SyrienAm Mahnmal auf der Aalener Schillerhöhe hatten sich zahlreiche Gäste zur Feier am Volkstrauertag versammelt. Unser Bild zeigt in der vorderen Reihe von links den CDU-Landtagsabgeordneten Winfried Mack, Staatssekretär a. D. Gustav Wabro, Oberstleutnant (Foto hafi)

Aalen/Ellwangen/Bopfingen sz Bei zahlreichen Gedenkfeiern ist am Volkstrauertag an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, von Terror und Unrechtsregimen, aber auch an das Schicksal von aktuell Millionen von Flüchtlingen weltweit erinnert worden. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 und der Beginn des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren, der Mauerfall vor 25 Jahren, aber auch die gegenwärtige Lage in Syrien und der Ukraine sowie der Terror des sogenannten Islamischen Staats (IS) lieferten den Redner in diesem Jahr reichlich Stoff für eindringliche, mahnende und nachdenkliche Worte.

Gräßle in Aalen: Eine humanitäre Großaufgabe

„Erinnern ist eine Zukunftsaufgabe, gerade weil der Krieg wieder aktuell ist“, sagte die Europa-Abgeordnete Dr. Inge Gräßle (CDU) bei der Gedenkfeier am Mahnmal auf der Aalener Schillerhöhe. Erstmals seit Ende des Zweiten Weltkrieg seien in diesem Jahr die damals in Europa gezogenen Grenzen wieder verschoben worden, stellte die Hauptrednerin mit Blick auf die russische Annexion der Krim fest. Gleichzeitig sei in der Ukraine Krieg wieder möglich geworden, und im Vorderen Orient müsse man angesichts des Völkermords durch den IS „zuschauen, wie Tausende abgeschlachtet werden“. „Wir stehen inmitten einer humanitären Großaufgabe“, so Gräßle mit Blick auf die aus all diesen Entwicklungen resultierenden Flüchtlingsströme. „Unser Asylrecht“, so die Europapolitikerin gleichzeitig, „ist genau dafür gemacht“, was aber auch heiße, die wieder zurückzuschicken, die nicht verfolgt seien oder aus EU-Beitrittsländern stammten. Gräueltaten aber gelte es systematisch zu erfassen und durch die Justiz aufzuarbeiten. Und: „Wir müssen das Gespräch mit der Türkei suchen – gegen die Rückkehr der Barbarei.“

„Für viele ist ein friedliches Leben ein unerreichbarer Zustand“, sagte Oberbürgermeister Thilo Rentschler angesichts von 51 Millionen Menschen, die aktuell weltweit auf der Flucht seien. Umso mehr sei es ein Gebot „für uns, nach bestem Wissen und Gewissen zu helfen“. Nach dem Zweiten Weltkrieg seien auch in Aalen zahlreiche Flüchtlinge heimisch geworden, Friede, Freiheit und Gerechtigkeit „fallen uns nicht in den Schoß“, vielmehr sei jeder einzelne auch heute gefordert, dafür einzutreten. „Friede ist ein zerbrechliches Gut“, mahnte Vikar Dr. Horst Walter von der katholischen Kirchengemeinde zu Beginn seines Gebets. Umrahmt wurde die Fier vom Städtischen Orchester unter der Leitung von Alfred Sutter und vom Kolpingchor Aalen mit seinem Dirigenten Franz-Xaver Klotzbücher.

Ellwangen erstmals ohne Ehrenzug der Bundeswehr

Zum ersten Mal ohne Ehrenzug der Bundeswehr fand die Gedenkfeier am Mahnmal im Friedhof von Sankt Wolfgang in Ellwangen statt. Die Ansprache vor schätzungsweise 130 Zuhörern hielt Regierungsdirektor Wolfgang Banek, der Leiter des Sprachenzentrums Süd in der Reinhardt-Kaserne. Er erinnerte an den Beginn der beiden Weltkriege vor 100 beziehungsweise 75 Jahren, an die Gräuel des Zweiten Weltkrieges, an die Bombenangriffe, an Flucht und Vertreibung. „Als Wehrpflichtiger erlebte ich den Kalten Krieg“, sagte Banek: „Meine Generation setzte ihre Hoffnung in das System der Abschreckung.“ Nach dem Mauerfall vor 25 Jahren schien, so Banek, die Möglichkeit eines Krieges in Europa in weite Ferne gerückt. Aber die Realität habe uns eingeholt, kam er auf die Kriege auf dem Balkan und den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan zu sprechen. Mit Blick auf fünf Millionen Flüchtlinge aus Syrien und die beabsichtigte Einrichtung einer Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge in der Kaserne in Ellwangen sagte er, „ein Ellwangen mit Courage“ sei das, was wir bräuchten. Wie jedes Jahr, waren die Feuerwehr, das Deutsche Rote Kreuz, das Technische Hilfswerk, die Kolpingsfamilie, die Katholische Arbeitnehmerbewegung KAB und der Liederkranz Ellwangen mit Fahnenabordnungen vertreten.

Oberbürgermeister Karl Hilsenbek für die Stadt, Wolfgang Berghausen für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und den Sozialverband VdK Ellwangen sowie Hauptmann Udo Wichmann-Prehm, Inspektionschef der V. Inspektion beim Bundessprachenamt, für die Garnison Ellwangen legten Kränze nieder. Das Ellwanger Jugendblasorchester unter der Leitung von Wendelin Dauser und der Kolpingchor Ellwangen unter Leitung von Ria Bullinger gestalteten die Feier musikalisch.
Bopfingen: Ein Tag gegen das Vergessen

„Es ist ein Tag gegen das Vergessen“, sagte Bürgermeister Dr. Gunter Bühler bei der Gedenkfeier in der Aussegnungshalle des Bopfinger Friedhofs. Vor mehr als 120 Gästen gedachte Bühler vor allem der gefallenen Soldaten und der vielen Kriegsopfer beider Weltkriege. „Dieses Jahr steht ganz unter dem Eindruck des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren“, sagte Bühler. Die Andacht und den gemeinsamen Gottesdienst in der Aussegnungshalle hielt Pfarrer Michael Rau.

Die musikalische Umrahmung übernahmen die Stadtkapelle, der Kolpingchor und der Posaunenchor Bopfingen. Zusammen mit dem VdK-Vorsitzenden Richard Meitner legte Bühler im Anschluss an die Gedenkfeier einen Kranz am Kriegerdenkmal auf dem Friedhof nieder. Fahnenabordnungen der Feuerwehr, des TV Bopfingen, des Liederkranzes sowie der Stadtkapelle und der Kolpingfamilie erwiesen den Toten die letzte Ehre.
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Ab hier unser Kommentar:

Das Militär hat in zwei Weltkriegen Millionen von Toten und Verletzten verursacht. Warum setzt man weiterhin auf das Militär? Warum steckt man die 31 Milliarden Euro / Jahr nicht in Friedensdienste und in die Völkerverständigung? Das wäre effektiver und nachhaltiger! Es würde weniger Tote kosten.

Foto: Volkstrauertag 2014 in Mülheim im Markgräfler Land. Hier der Link zum Zeitungsbericht.
Die Friedensbewegung Ostalb könnte etwas vom Friedensbündnis Markgräfler Land lernen.

Wir fordern: Volkstrauertag ohne Soldaten!

 

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