Pressehütte Mutlangen

 

Rückblick: Ostermarsch 26.03.2016

“Frieden und Gerechtigkeit gestalten – Nein zu Kriegen!” Samstag, 26. März 2016, Start 10.00 Uhr Beginn ab Bahnhof, 11.00 Uhr Kundgebung am Fuchseck. Ostermarsch durch Ellwangen mit der Sambagruppe „up-surdo“ (Percussion). Redner/innen: Urs. M. Fiechtner (Schriftsteller und ai-Bezirkssprecher), Bürgerinnen und Bürger der Ostalb zu: “In Solidarität mit Flüchtlingen leben!” und “Atombomben in der Eifel abschaffen!” Andrea Batz (Gitarre u. Gesang), Micha Wagner mit Band, Flüchtlingskinder aus der LEA mit einer Performance. Moderation: Josef Baumann, Friedensforum Ellwangen, Die Ostalb zeigt Flagge: Fluchtursachen bekämpfen – nicht Flüchtlinge! Veranstalter: Aktionsbündnis Mahnwache Ellwangen. Dieser Aufruf wird unterstützt von etwa 30 Organisationen.

 

 

 


Rückblick 2015:
OSTERMARSCH ELLWANGEN "Gemeinsam für eine Welt ohne Krieg, Militär und Gewalt"

Samstag, 4. April 2015, 10.00 Uhr Beginn ab Bahnhof - Die Einladung hier als pdf zum Herunterladen
11.00 Uhr Kundgebung am Kapuzinerplatz / Ostermarsch durch Ellwangen mit der Sambagruppe „up-surdo“ (Percussion)

Kundgebung mit Redebeiträgen:

  1. Odilo Metzler, Pax Christi, Stuttgart:   Appell gegen die Kriegsgefahr in der Ukraine:
  2. Die Spirale der Gewalt beenden –  Für eine neue Friedens- und Entspannungspolitik !
  3. Aktionsgruppe Solidarität, Ellwangen:  

Kulturelles Rahmenprogramm:

  1. Andrea Batz (Gitarre u. Gesang), Ellwangen
  2. „Basis“ – Friedenslieder und  Folk

Moderation: Josef Baumann, Friedensforum Ellwangen                     

Rede von Fabio Schmidgall am 4.4.2015 auf dem Ostermarsch in Ellwangen

Liebe Freundinnen und Freunde heute auf dem Ellwanger Ostermarsch,

In den Schlagzeilen hören wir in letzter Zeit von einem Schüler aus Bamberg, welcher einen Schulverweis bekommen hat, weil er die Werbung der Bundeswehr an Schulen ablehnte und kritisierte. Dieser Vorfall sollte uns in Alarmbereitschaft versetzten.  Mehr als 400.000 Jugendliche erreicht die Bundeswehr jährlich alleine durch Werbeveranstaltungen an Schulen. Rund 1.000 freiwillige 17-Jährige werden jedes Jahr rekrutiert. Auch auf Ausbildungsmessen und in Jugendzeitschriften ist die Werbung für eine Ausbildung in der Bundeswehr allgegenwärtig und auch an Ellwanger Schulen ist diese Präsenz zu spüren.

Erst letztes Jahr besuchten Schülerinnen und Schüler aus Ellwangen die Königsbronner Gespräche, welche letzte Woche erneut stattgefunden haben. Dabei wird versucht, militärische Interventionen als notwendiges Mittel zur Erhaltung einer internationalen Sicherheit zu legitimieren. Auch dort wurde die Bundeswehr als attraktiver Ausbildungsberuf, sogar von Ursula von der Leyen persönlich, angepriesen. Die zahlreichen psychischen Probleme von Soldaten, die erhöhte Selbstmordrate und die Lebensgefahr, welcher Soldaten im Auslandseinsatz ausgesetzt sind, kann sie nicht erwähnen, wenn in ihrem neuen Werbekonzept die „Familienfreundlichkeit der Bundeswehr“ angepriesen werden soll.

Das Planspiel „Politik & Internationale Sicherheit“ kurz POL&IS findet nach eigenen Angaben des Peutinger Gymnasiums in regelmäßigen Abständen statt. Dabei handelt es sich um ein von Jugendoffizieren geleitetes Planspiel, bei welchem der politische, wirtschaftliche und militärische Aufbau der Welt nachgestellt werden soll.  Friedensinitiativen, welche das Planspiel mit durchgespielt hatten zogen als Fazit: Das Planspiel versuche die Realität abzubilden, und dazu scheint zu gehören, dass sie nicht grundsätzlich geändert werden könne.

Tatsächliche politische Machtverhältnisse und Lobbygruppen – beispielsweise Korruption oder von Konzernen und Eigeninteressen gesteuerte Politik – würden in Polis weder thematisiert noch in Frage gestellt. Der Einfluss der Konzerne auf Politik, Waffenhandel, Landnahme oder Meinungsbildung werde einfach ausgeblendet. Die Funktion des Militärs werde so nebenbei als selbstverständlich dargestellt – der militärische Einsatz für wirtschaftliche Interessen damit normalisiert.“

Es verwundert nicht, dass in einem solchen Planspiel Kriegseinsätze zur Sicherung wirtschaftlicher Interessen und nationaler Vormachtstellungen als Selbstverständlichkeit gelten. In einer Logik, in welcher Profitinteressen über Mensch und Natur gestellt werden und in welcher es zählt, die eigenen Interessen vor anderen zu erreichen, ist dies eine fast schon notwendige Konsequenz.

Bei Auslandseinsätzen wird die Sicherheit der Bevölkerung oft in den Vordergrund gerückt, um eine moralische Legitimation des militärischen Eingreifens zu erreichen. Dass es letztendlich am Wenigsten um die tatsächliche Freiheit der Einzelnen in den jeweiligen Gebieten geht, zeigt unter anderem, dass die Bundesregierung ohne schlechtes Gewissen seit Jahren den Verkauf von Waffen und militärischen Gütern an Staaten wie Saudi-Arabien, Singapur, Algerien und weiteren ermöglicht und somit auch kräftig am Krieg mitverdient. Um die geopolitischen Interessen der EU, und damit auch Deutschlands, noch effektiver und im Notfall eben auch militärisch, auf der internationalen Bühne durchsetzen zu können, ertönen nun schon erste Rufe nach einer Europäischen Armee.

Dass nun ein Schüler, welcher über den Tellerrand der bestehenden Verhältnisse herausblickt, als gefährlicher Linksextremist abgestempelt wird, zeigt wie kurz gegriffen das demokratische Verständnis in diesem Land tatsächlich ist.

Der scheinbare Kompromiss, dass bei jedem Kontakt mit der Bundeswehr eine alternative Bezugsquelle, wie z.B. Friedensinitiativen anwesend sein muss, ist ebenfalls untragbar. Denn nach unseren Kenntnissen fand keine Einbeziehung von Friedensinitiativen an den Ellwanger Schulen statt. Ebenfalls können die, häufig durch ehrenamtliches Engagement lebenden, Friedensinitiativen diesem Anspruch in vielen Fällen nicht gerecht werden. Dafür fehlen schlichtweg die Kapazitäten. Die Bundeswehr dagegen verfügt allein im Jahr 2014 über ein Etat in Höhe von über 30 Mrd. Euro.

Um eine ideologiefreie Bildung zu ermöglichen, darf die Bundeswehr keinen Raum in pädagogischen Kontexten bekommen. Das Militärische darf nicht zum gesellschaftlichen Umfeld von Kindern und Jugendlichen gehören! Wir fordern daher alle Schulen dazu auf Kooperationen mit der Bundeswehr zu unterlassen.

Ebenfalls muss die faktische Gegebenheit von Polizeigewalt in Deutschland thematisiert werden und somit auch die Aufrüstung im Inneren. In Zeiten, in denen nahezu jeder Übergriff dokumentiert wird und somit nicht geleugnet werden kann, endet die Strafverfolgung jedoch meist dann, wenn es darum geht einen Polizisten zu identifizieren. Daher ist es auch unverständlich, wie sich die Regierenden weiterhin gegen eine Kennzeichnungspflicht für Polizisten stark machen. Wer sich nichts zu Schulden lassen kommt, dürfte auch kein Problem mit einer eindeutigen Identifikation haben.

Doch Krieg entsteht nicht nur dann, wenn Menschen auf einander schießen, er beginnt dort, wo Menschlichkeit und Solidarität fehlt, dort wo versucht wird, mit Hass und Diskriminierung eine Gesellschaft zu schaffen, in der Wenige viel Macht und Geld besitzen.

Auch hier in Ellwangen gibt es diese Leute. Einigen von Euch werden wohl einen Flyer der NPD im Briefkasten bemerkt haben, welcher in 1000 Ellwanger Briefkästen verteilt wurde. Doch was für die breite Ellwanger Bürgerschaft an Aktivitäten von rechts sichtbar ist, entpuppt sich nur als Spitze des Eisbergs. Eine andere Lebenswelt existiert, vor allem für uns junge Leute, in sozialen Netzwerken. Dieselben Kräfte, welche versucht haben, das Bündnis des Solidaritätszugs zu spalten, versuchten dort, den Ostermarsch als Propagandazug zu enttarnen. Linke Banden hätten versucht Bürger für ihre linksextremistische Zwecke zu instrumentalisieren, das hat die Recherche der Neonazis ergeben. Es wird gezielt versucht, einzelne Personen und auch Gruppierungen zu diffamieren, um dem normalen Bürger aufzuzeigen, wer denn die Bösen seien. Wir lassen uns nicht einschüchtern und sehen nun umso mehr die Notwendigkeit unseres Engagements.

Doch wir alle hier sind es, die sich heute auf dem Ostermarsch versammelt haben und für eine Welt stehen, in der Waffen keine Rolle mehr spielen. Dass es bis dahin ein weiter Weg ist, ist uns allen wohl bewusst. Doch nur wer ein Ziel hat, kann es auch erreichen. Unser Ziel heißt Frieden, Menschlichkeit und die Solidarität aller Menschen. Das Ziel der sogenannten LEA-Gegner und Neonazis heißt Ausgrenzung, Diskriminierung und Hass.

Frieden ist mit Faschismus und Rassismus nicht zu machen, deshalb ist der Kampf für den Frieden auch immer ein Kampf gegen Ausgrenzung und Diskriminierung. Wenn wir den Frieden wollen, muss weiter gedacht werden. Es muss den bestehenden Verhältnissen mit friedlichen Mitteln eine solidarische, linke Perspektive entgegengesetzt werden. Für eine Welt für alle Menschen! Für eine Welt in Frieden und Solidarität!

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Mit Waffen kann man Frieden nicht erzwingen!

Veranstalter: Aktionsbündnis Mahnwache Ellwangen
Dieser Aufruf wird unterstützt von: Aalener Bündnis für den Frieden, amnesty international Ellwangen, Aktionsgruppe Solidarität Ellwangen, Arbeiterwohlfahrt Ortsverein Ellwangen e.V., Bündnis 90/Die Grünen Ellwangen, Comboni-Missionare Ellwangen, DGB Kreisverband Heidenheim, DGB Kreisverband Ostalbkreis,
DIE LINKE Ortsverband Ellwangen, Freundeskreis Asyl Ellwangen, Friedensforum Ellwangen, Friedensgruppe Heidenheim, Friedenskreis der Ev. Kirchengemeinde Ellwangen, Friedenswerkstatt / Pressehütte Mutlangen, IG Metall Aalen, IG Metall Heidenheim, IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs / Ärzte in sozialer Verantwortung) Regionalgruppen Aalen und Ulm, Jugendzentrum Ellwangen, Katholische Betriebsseelsorge Ostwürttemberg, Katholische Gesamt-kirchengemeinde Ellwangen, St. Loreto Institut für soziale Berufe Ellwangen, Menschen für Frieden Nördlingen, SPD-Ortsverein Ellwangen, Türkisch-islamischer Kulturverein Ellwangen, ver.di Ortsverein Aalen, ver.di Ortsverein Ellwangen, ver.di Bezirk Ostwürttemberg-Ulm, Weltladen / Treffpunkt Nord-Süd Ellwangen.

V.i.S.d.P.: Mahnwache Ellwangen, c/o Gerhard Schneider, Seb.-Merkle-Str. 38, 73479 Ellwangen
 
Ablauf / Programm* des OSTERMARSCHES in Ellwangen am 4. April 2015
Gemeinsam für eine Welt ohne Krieg, Militär und Gewalt
ab 09.45 Uhr    Bahnhofsplatz  -  Eintreffen der Teilnehmer / innen
10.00 Uhr     Auftakt mit Andrea Batz:
GEMEINSAMES SINGEN des Liedes „Überwindet Gewalt“

Begrüßungsansprache:
Gerhard Schneider, Ellwangen, Aktionsbündnis Mahnwache
anschließend:   DEMONSTRATION  - mit der Sambagruppe „up-surdo“ (Percussion)
Bahnhofstraße, Siemensbrücke, Haller Straße, Westtangente, Hochbrücke
bis Abzweig zum Südring, Kreuzung an der Marienpflege, Kapuzinerplatz                        
                        
11.00 Uhr   Kundgebung am Kapuzinerplatz
Auftakt mit Andrea Batz und „Basis“:
GEMEINSAMES SINGEN des Ostermarschliedes
Begrüßung und Moderation: Josef Baumann, Friedensforum Ellwangen
Bekanntmachung des Appells gegen die Kriegsgefahr in der Ukraine:
„Die Spirale der Gewalt beenden“ – mit Unterschriftensammlung während der  
Kundgebung „Für eine neue Friedens- und Entspannungspolitik!
Friedenslieder und Folk:  
„Basis“ (Ernst Heer, Jochen Narziß und Jochen Zeuner)

Redebeitrag: Odilo Metzler, Hochschulseelsorger, Stuttgart, (Pax Christi)
Friedenslieder: „Basis“
Redebeitrag: Sprecher der „Aktionsgruppe Solidarität“, Ellwangen
Ausklang mit „up-surdo“ (Percussion)
ca. 12.30 Uhr   Ende
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