Pressehütte Mutlangen

 

Aktuell: Die Situation am Peutinger-Gymnasium bessert sich seit Sommer 2016 spürbar. Es werden seither - falls wir richtig informiert sind - keine Bundeswehrvertreter/innen eingeladen.
 


April 2016: Rektor Rieger wurde krankheitshalber in den vorzeitigen Ruhestand versetzt.

Peutinger-Gymnasium Ellwangen: Rektor Dr. Hermann Rieger (hochrangiger Reserve-Offizier) hat in den vergangenen Jahren immer wieder Jugendoffiziere und andere Offziere an seine Schule eingeladen. Wir fragen uns: War das wirklich noch neutral? Oder war es nicht schon fast Militärwerbung? 

Die Schulleitung des Peutinger-Gymnasiums pflegt jahrzehntelange, sehr gute Beziehungen zur Bundeswehr. Der Schulleiter, Dr. Hermann Rieger, ist hochrangiger Reserve-Offizier. Nur aufgrund dieser guten Beziehungen konnte am 26. Februar 2014 Generalleutnant Richard Roßmanith (siehe unten) als Referent ans Peutinger-Gymnasium geholt werden. Er hat viele weitere Bundeswehr-Vertreter an die Schule geholt.

  • Wie ist das mit der Neutralitätspflicht (Beutelsbacher Konsens) der Schule zu vereinbaren?
  • Sollte die Schule nicht zum Frieden erziehen? Landesverfassung Artikel 12: "Die Jugend ist ... zur Brüderlichkeit aller Menschen und zur Friedensliebe ... zu erziehen."
  • Warum pflegt das Peutinger-Gymnasium ein militärfreundliches Profil, und schadet damit dem Ruf unsere Schule?
  • Wenn die Lehrer immer sagen, dass "Gewalt keine Lösung" sei, warum setzt sich unsere Schulleitung dann für eine gewaltbereite Organisation ein?

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EINLADUNG (pdf-Dokument): Der Reservistenverband, die "Gesellschaft für Sicherheitspolitik" und Reserveoffizier Hermann Rieger laden gemeinsam zu einem Vortrag ein.

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Es geht auch anders. Das Hariolf-Gymnasium als positives Gegenbeispiel.

Stillschweigend gilt am Hariolf-Gymnasium Ellwangen eine Regel: Es werden keine Jugendoffiziere (oder sonstige Bundeswehrvertreter) eingeladen. Mit dem Reservistenverband wird nicht zusammen gearbeitet. Deshalb ist es langfristig sicher die klügere Entscheidung, Ihr Kind auf das Hariolf-Gymnasium zu geben. Adresse: Berliner Str. 25, 73479 Ellwangen (Jagst), Telefon: 07961/84815.

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Ab hier wieder das Negativbeipiel: das Peutinger-Militär-Gymnasium, PMG

Aus der Schwäbischen Post, 1.3.2014:

"Vision vom vereinigten Europa. Generalleutnant Richard Roßmanith spricht über Sicherheit und Verteidigungspolitik in Europa. Über den Wandel der außenpolitischen Interessenslagen und Kräfteverhältnises sowie die daraus resultierenden Schlüsse für die europäische Verteidigungs- und Sicherheitspolitik referierte General Richard Roßmanith im Ellwanger Peutinger-Gymnasium.

Ellwangen. 60 Interessierte, darunter auch einige der letzten in Ellwangen verbliebenen Soldaten, begrüßte Schulleiter Dr. Hermann Rieger im Musiksaal des Peutinger-Gymnasiums zu dem mit dem Verband der Reservisten und der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik (GfW) organisierten Vortrag. Rieger stellte Roßmaniths Werdegang in der Bundeswehr vor. Der heutige Kommandeur des multinationalen Kommandos in Ulm war unter anderem in Führungsfunktionen eineinhalb Jahre im Afghanistan-Einsatz sowie zuvor mit der KFOR im Kosovo und der SFOR in Bosnien-Herzegowina. Am Beispiel Ukraine und der aktuellen Aktivierung der russischen Streitkräfte in diesem Zusammenhang, erläuterte Roßmanith sich verändernde Kraftverhältnisse der politischen Akteure: Die USA seien auf einem Rückzugskurs aus Europa und intensivierten stattdessen ihre außenpolitischen Aktivitäten im asiatischen Raum. Zugleich versuchten Akteure wie Russland oder Saudi-Arabien `auf Augenhöhe aufzutreten´. Militärisch nehme die Bedeutung der EU ab. Es fehle eine `Vision Europa´ für die Sicherheits- und Verteidigungspolitik.Dabei habe die EU sich das militärische Planziel gesteckt, alle Fähigkeiten aufzubringen, um mit gemeinsamen Kräften das gesamte Spektrum möglicher Aufgaben abzudecken: Von der schnellen Eingreiftruppe mit 50 000 Soldaten bis zu sogenannten `EU-Battlegroups´, Truppenverbänden mit 1500 Soldaten, die in einem Radius bis 6000 Kilometer um Brüssel binnen Tagen zur raschen Krisenreaktion zur Verfügung stünden. Diese Kräfte bestehen bereits, sie würden nur bisher wenig eingesetzt, schilderte Roßmanith.

Dennoch laufen aktuell weltweit bereits 20 EU-geführte Operationen, ob zivil, polizeilich oder militärisch – exemplarisch die Piratenbekämpfung am Horn von Afrika, oder Polizeimissionen in Afghanistan und Kongo. Auch die jüngsten Äußerungen von Außenminister Frank-Walter Steinmeier, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und Kanzlerin Angela Merkel, deuteten auf eine aktivere Außenpolitik und die Reduzierung der Kultur der militärischen Zurückhaltung. Militär-infrastrukturell gelte es, die bestehende Schere zwischen Zielen und Möglichkeiten abzubauen. Roßmanith forderte eine `gemeinsame Verteidigungs- und Sicherheitspolitk von morgen´ zu entwickeln, passend zu seiner `Vision der Vereinigten Staaten von Europa´. Den alarmierenden Schluss fand Roßmanith dann in einer an seinen Vortrag anschließenden Fragerunde: 100 Jahre nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges erinnere ihn die heutige Situation an 1914. `Keiner wollte den Krieg, aber er kam trotzdem. Manche Konstellationen erkenne ich durchaus wieder. Eine Vielzahl politischer Akteure und eine Großmächte auf dem Rückzug – wie damals Österreich-Ungarn.´ © Schwäbische Post 28.02.2014

 

 

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