Pressehütte Mutlangen

 

17./18. März 2017: 6. Königsbronner Gespräche / Sicherheitspolitisches Forum Süd.

ERFOLG: Diese Veranstaltung wurde am 15.02.2017 von der Bundeswehr abgesagt !!!

Hier unser Flyer. Die Friedensbewegung lädt trotzdem zu folgender Veranstaltungen ein:

  1. Findet trotzdem statt: Königsbronner Friedensgespräch am Dienstag, 14. März 2017, 19 Uhr, Hammerschmiede
     
  2. Abgesagt: Demonstration am Samstag, 18. März 2017 - ABGESAGT

Rückblick: Unser Protest gegen die 5. Königsbronner Gespräche am Fr. 8.+ Sa. 9. April 2016

Seit 2012 treffen sich alljährlich im Frühling in Königsbronn (zwischen Heidenheim und Aalen) hohe Vertreter/innen der BUNDESWEHR und der CDU, um über militärische Lösungen zu sprechen. Initiator ist MdB Oberst a.D. Roderich Kiesewetter. Das Thema 2016: "Die Flüchtlingskrise: Welche Antworten kann Außenpolitik im vernetzten Ansatz liefern?" Der Fachbegriff "vernetzter Ansatz" bedeutet, dass Militär beteiligt ist. Im Klartext geht es also um die Frage, was die Bundeswehr zur Abwehr von Flüchtlingen an der EU-Außengrenze beitragen kann. Ein Bündnis von Gewerkschaft, Friedensgruppen und kirchlichen Vertretern hat auf vielfältige Weise dagegen protestiert.

Hier unsere 5 Gegenveranstaltungen:

  1. Für Schulklassen und Lehrer: Der "Königsbronner Friedenstag" am Dienstag, 5. April 2016, 9-16 Uhr in der Alten Hammerschmiede an der Brenz-Quelle in Königsbronn, mit spannenden Workshops zu Friedensthemen. Hier der Flyer als pdf-Dokument.
  2. Unsere Ausstellung „Wir scheuen keine Konflikte". Es geht um professionelle gewaltfreie Friedenstifter. Weiterlesen.
  3. Unsere "Königsbronner Friedensgespräche" am Dienstag, 5.4.2015, um 19 Uhr in der Hammerschmiede.
  4. Eine schöne, große, gewaltfreie Demonstration durch Königsbronn, am Samstag 9.4.2016, um 12 Uhr, ab dem Bahnhof. Treffpunkt am Georg-Elster-Denkmal. Herzliche Einladung!
  5. Am Freitag und Samstag kleinere Protest-Mahnwachen an der Hammerschmiede.

Rückblick: Unsere Königsbronner Friedensgespräche am 12.03.2015

Aus der Heidenheimer Zeitung vom 15.03.2015, von Holger Scheerer
Friedensgepräche: Kritischer Gegenpol zu "Lobbyarbeit"

Auf reges Interesse stießen am Donnerstagabend die ersten Königsbronner Friedensgespräche im evangelischen Gemeindehaus. Gedacht sind diese Gespräche als kritischer Gegenpol zu den vom Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter initiierten Königsbronner Gesprächen, in deren Mittelpunkt die Außen- und Sicherheitspolitik steht.

Hervorgegangen ist die Idee zum Friedensgespräch aus dem Zusammenschluss unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen, die einen Gegenpol bilden wollten gegen die in ihren Augen einseitig betriebene „Lobbyarbeit für Kriegseinsätze“, wie sie von den Königsbronner Gesprächen ausgehe. Am Bündnis beteiligt sind unter anderem die Linke, die Grünen, der DGB und die Deutsche Friedensgesellschaft. Auf dem Podium diskutierten Kerstin Pätzold vom DGB Nordwürttemberg, Silvia Bopp von der Pressehütte Mutlangen und Tobias Pflüger, Friedensforscher und stellvertretender Parteivorsitzender der Linken. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Rolf Siedler, katholischer Betriebsseelsorger und Wirtschaftsmediator in der Region Ostwürttemberg.

Von Beginn an wurde bei den 1. Königsbronner Friedensgesprächen Tacheles geredet. Einig waren sich alle Diskutanten in dem Punkt, dass man mit dieser Veranstaltung ein Gegengewicht gegen die Königsbronner Gespräche bilden müsse. In den Augen der Friedensaktivisten verfolgten jene Gespräche das Ziel, unter dem Deckmantel des Begriffs der „Sicherheit“ in der Bevölkerung eine Akzeptanz für Kriegseinsätze herzustellen. Besonders verwerflich findet man es, wenn sich die Veranstalter dabei auf den Königsbronner Widerstandskämpfer Georg Elser beriefen, der bekanntlich mit seiner Tat den Krieg habe verhindern wollen.

Ganz im Sinne von Carl von Clausewitz altem Zitat, der Krieg sei die Fortführung der Politik mit anderen Mitteln, solle bei den Königsbronner Gesprächen der Eindruck vermittelt werden, als handele es sich bei Kriegseinsätzen um ein legitimes und fast schon alltägliches Mittel der Politik. „Mit Frieden aber haben diese Gespräche wirklich wenig, mit Krieg aber sehr viel zu tun“, so Pflüger.

In den letzten 20 Jahren sei es in Deutschland gelungen, die Bundeswehr mehr oder weniger am Grundgesetz vorbei von einer reinen Landesverteidigungs- zu einer internationalen Interventionsarmee umzumodeln. Offenbar möchte man sich auf den neuen, den asymmetrischen Krieg vorbereiten, um auch dabei weltweit ein Wörtchen mitsprechen zu können. Mit großer Sorge beobachten die Friedensaktivisten, wie durch engagierte Lobbyarbeit – wie auch bei den Königsbronner Gesprächen – in der Bevölkerung eine zunehmende Akzeptanz für Auslandseinsätze der Bundeswehr geschaffen würde.

Besonders perfide findet es Bopp von der Pressehütte Mutlangen, dass Vertreter der Bundeswehr mit schmucken Uniformen in den Schulen auftauchten und dabei den Job bei der Bundeswehr als eine Art ständigen Abenteuerurlaub darstellen würden. „Armeeangehörige haben in den Klassenzimmern überhaupt nichts zu suchen. Dies ist eine Manipulation an unseren jungen Menschen“, befindet die engagierte Friedensaktivistin und kämpferische Feministin, die in Mutlangen unter anderem ein regelmäßiges Frauenfrühstück organisiert.

Der Gewerkschafterin Pätzold sind vor allem die Rüstungsexporte ein Dorn im Auge, insbesondere sei es hochproblematisch, wenn diese Güter an totalitäre Länder wie Saudi-Arabien geliefert würden oder an dubiose Gruppen wie den kurdischen Peschmerga. Pätzold plädiert für eine konsequente Weiterverfolgung der Rüstungskonversion, also die Umstellung von Rüstungsbetrieben auf zivile Produktion. Dabei sieht die Gewerkschafterin die Lage nicht so verzweifelt, wie ihre Kollegen auf dem Podium. Schließlich sei die Zahl der in den Rüstungsfirmen Beschäftigten seit den 80er-Jahren von einst 400 000 auf nunmehr nur noch 80 000 gesunken. Das sei der Weg, den es weiter zu verfolgen gelte.
 


Rückblick: Mahnwache und Demonstration am, 29.03.2014,
gegen die Kriegsvorbereitung auf der Ostalb!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


JUNGE WELT: "Militaristenklub in der Provinz"

Bei den »Königsbronner Gesprächen« geben sich Armeelobbyisten die Klinke in die Hand. Selbst die Berufung auf den Kriegsgegner Georg Elser ist ihnen nicht zu dreist

JUNGE WELT, 26.03.2014, Inland, Seite 4, von Peter Heinelt  Der Präsident des »Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr« und CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter ist mächtig stolz auf sich: Wie er auf seiner persönlichen Webseite schreibt, haben sich die von ihm an diesem Wochenende zum dritten Mal veranstalteten »Königsbronner Gespräche« mittlerweile »als überregionaler Sicherheitskongreß etabliert«. Das nach einer zwischen Aalen und Heidenheim in der schwäbischen Provinz gelegenen Ortschaft benannte Treffen soll sich auch dieses Jahr wieder mit »aktuellen Herausforderungen« der deutschen Militärpolitik befassen, weshalb es der Reservistenverband nach eigenem Bekunden schon auf einer Stufe mit der Münchner Sicherheitskonferenz sieht. In der Tat haben sich einmal mehr illustre Gäste angesagt: Erwartet werden unter anderem Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hellmut Königshaus, sowie Hans-Dieter Heumann, der dem zentralen militärpolitischen Think-Tank des Bundes, der Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS), vorsteht. Gemeinsam will man insbesondere über die »Chancen« diskutieren, die die Rekrutierung von Frauen der Bundeswehr und anderen Repressionsdiensten bieten soll.
 
Bereits 2013 hatten die geladenen Referenten in der Königsbronner »Hammerschmiede« starke Reden gehalten: Der seinerzeitige Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) und sein Bruder im Geiste, Erzbischof Robert Zollitsch, brachen gemeinsam eine Lanze für den »Soldatenberuf«, den sie als Dienst an der Gesellschaft verstanden wissen wollten. Frank-Jürgen Weise, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit und Oberst der Reserve, forderte von den hiesigen Massenmedien, sich verstärkt der Militärpropaganda zum Zweck der Nachwuchsrekrutierung zu widmen: »Ich finde, das öffentlich-rechtliche Fernsehen sollte sich zu seinem Auftrag bekennen und entsprechend berichten!« Der Lokalpresse zufolge lauschten 700 Besucher ergriffen.
 
Warum er ausgerechnet Königsbronn als Veranstaltungsort ausgesucht hat, erläuterte Roderich Kiesewetter in einem Gespräch mit der Schwäbischen Zeitung. Abgesehen davon, daß der Ort in seinem Wahlkreis liege, wolle er das »Wirken des Königsbronners Georg Elser würdigen«, erklärte der Chef des Reservistenverbandes: »Er hat sich, auf sich allein gestellt, zum Kampf gegen ein verbrecherisches System entschlossen. Außen- und Sicherheitspolitik muß sich immer Werten verpflichtet fühlen, das ist auch Mahnung an unsere heutige Politik.« Der nach eigenem Bekunden mit der KPD sympathisierende Elser, den Kiesewetter ungerührt für seine militaristische Propaganda vereinnahmt, versuchte am 8. November 1939 erfolglos, Adolf Hitler zu töten und wurde am 9. April 1945 im KZ Dachau ermordet. Auf die Frage der Gestapo-Schergen, was ihn zu seinem Attentat bewogen habe, antwortete er mit einem Satz, der an Klarheit nichts zu wünschen übrig läßt: »Ich hab’ den Krieg verhindern wollen.«
 
Bei dem Mißbrauch eines bekennenden Antifaschisten und Antimilitaristen wollte es Kiesewetter indes nicht bewenden lassen, und so lobte er in dem besagten Interview denn auch die Gegend um Königsbronn als »älteste (s) deutsche (s) Industriegebiet«. Er verschwieg allerdings, daß die Region während des Zweiten Weltkriegs wichtige Rüstungsbetriebe beherbergte, darunter die Schwäbischen Hüttenwerke (SHW) und die Maschinenfabrik Alfing-Kessler. Die Unternehmen beuteten Tausende vornehmlich aus der Sowjetunion deportierte Zwangsarbeiter sowie KZ-Häftlinge aus; die SHW unterhielten für diejenigen, die es an Arbeitseifer fehlen ließen, ein eigenes »Arbeitserziehungslager«. Über die in den Firmen herrschenden mörderischen Bedingungen berichtete ein Zeuge: »Die deutschen Arbeiter bei Alfing wetteten oft untereinander, wie viele Tage der eine oder andere Kranke noch zur Arbeit erscheine«; auch habe man in den Erzstollen der SHW verstorbene Häftlinge »mit dem Erdaushub … auf die Halde gekippt«.
 
Um dem Geschichtsrevisionismus und dem Militarismus des Reservistenverbandes und seines Präsidenten entgegenzutreten, rufen antifaschistische Gruppen für Samstag zu einer Demonstration in Königsbronn auf. In einer hierzu veröffentlichten Erklärung heißt es: »Die weltweiten militärischen Operationen Deutschlands, die Waffenexporte sowie die Unterstützung diktatorischer Regime und faschistischer Bewegungen im Namen kapitalistischer Interessen müssen ein Ende haben!«
 
demo-koenigsbronn.tk/

 

 

 

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