Pressehütte Mutlangen

Zitate aus dem Artikel
Die Bundeswehr wächst wieder, nur nicht in Ellwangen - Der Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Markus Grübel, erklärt die Trendwende  © Schwäbische Post 06./07.02.2017, von Gerhard Königer

Am Nachmittag hatte er ein Gespräch beim Oberbürgermeister und auch beim Leiter des Sprachenzentrum Süd, Wolfgang Banek ... Am Abend ging es jedenfalls um „Hybride Kriegsführung“, „Soldaten für den Cyberspace“, „Resilienz gegen Terrorangriffe“, „Führen aus der Mitte“ ...  Krisen sind das neue Normal ... dass Deutschland dabei besondere Verantwortung trage, sei innerhalb der EU unbestritten. „Wir führen aus der Mitte, Deutschland ist erwachsen geworden“, meinte der Politiker und verwies auf die Auslandseinsätze, etwa in Litauen, wo die Bundeswehr mit bis zu 700 Soldaten und Leopard 2-Panzern eine NATO „Battle Group“ anführt. Für die Bundeswehr bedeutet dies eine Trendwende. Nach Jahrzehnten, in denen die Truppe immer kleiner wurde, soll sie jetzt wieder wachsen ... Die „Aufrüstung“ der Bundeswehr betrifft jedoch auch ganz profane Fragen, wie beispielsweise die Verlegefähigkeit gepanzerter Truppenteile. Die Bundeswehr habe zu wenige „Elefanten“, das sind die Straßentransporter für gepanzerte Fahrzeuge ... Der deutsche Verteidigungsetat steigt in diesem Jahr um 2,7 Milliarden Euro. Wichtig sei vor allem die Trendwende, dass nämlich der Etat künftig jedes Jahr weiter wachse, sagte der Staatssekretär. Das müsse er allein schon deshalb, weil der Personalstand der Bundeswehr in den nächsten Jahren um 7000 Soldaten ansteigen soll ... „Die Bundeswehr muss ein besonders attraktiver Arbeitgeber sein und die Jugend ansprechen“, erklärte Grübel und verweist auf die Filmserie „Die Rekruten“, die auf YouTube große Beachtung bei Jugendlichen findet ... Die Bundeswehr darf wieder wachsen, das Verteidigungsministerium kauft neue Panzer, Hubschrauber, Flugzeuge, Waffen ... Eingangs hatte der „Hausherr“ Regierungsdirektor Wolfgang Banek, Leiter des Sprachenzentrum Süd, die Gäste begrüßt. Gerhard Ziegelbauer, der Sektionsvorsitzende der Gesellschaft für Sicherheitspolitik und Gerd Höflacher vom Reservistenverband Ostwürttemberg dankten dem Redner und verabschiedeten ihn.


Artikel aus der Schwäbischen Post vom 28.07.2016, Seite 19, Autor: Franz Rathgeb

Kriegsverherrlichung in Ellwangen: "100 Jahre Mühlberg-Kaserne" (2016)

Übersetzen für den Krieg  - die Sprachenschule der Bundeswehr in Ellwangen

Nach dem Abzug der Bundeswehr im Jahre 2014 bleibt dennoch die Bundeswehr-Sprachenschule dauerhaft in Ellwangen erhalten.

Von der Website der Stadt Ellwangen: "Konversionsprozess in Ellwangen. „Mit der Entscheidung des Bundesministeriums für Verteidigung vom 26.10.2011 wird der Bundeswehrstandort Ellwangen weitgehend geschlossen. Das Transportbataillon 465, das Bundeswehrdienstleistungszentrum, das Kraftfahrerausbildungszentrum sowie die Sanitätsstaffel werden in den nächsten Jahren aufgelöst bzw. verlegt. Das Bundessprachenamt - Sprachenzentrum Süd bleibt als zivile (???) Behörde in einigen Gebäuden der Reinhardt-Kaserne erhalten. Durch die Bekanntgabe des Bundesministers für Verteidigung vom 12.06.2012 steht fest, dass die Abgabe des betroffenen Teils der Ellwanger Liegenschaft in die Konversion zum ersten Quartal 2015 erfolgt." [Jan 2014]

Aus Wikipedia: "Das Bundessprachenamt (BSprA) ist eine Bundesoberbehörde im Organisationsbereich Personal der Bundeswehr. Aufgabe des Bundessprachenamtes ist Sprachausbildung, Sprachmittlerwesen (Dolmetschen und Übersetzen) sowie Terminologiearbeit für die Bundeswehr, alle Bundesressorts sowie für Mitarbeiter des Bundes und der Länder. Der Dienstsitz der Zentrale ist in Hürth bei Köln, daneben sind Beschäftigte des Bundessprachenamtes bei ca. 90 zivilen und militärischen Dienststellen der Bundeswehr in Deutschland und im Ausland angesiedelt. Seit 1991 besteht eine Außenstelle in Naumburg/Saale. Der Personstärke des Bundessprachenamtes beträgt etwa 975 Beschäftigte. Das Bundessprachenamt ist in drei Abteilungen (Sprachausbildung, Sprachmittlerdienst und Zentrale Angelegenheiten) gegliedert. Daneben ist der Militärische Anteil unter Leitung des Dienstältesten Offiziers Teil des Bundessprachenamtes. Der Militärische Anteil beim Bundessprachenamt besteht aus fünf Inspektionen, von denen sich zwei in Hürth befinden und je eine in Naumburg (Saale), Münster (Westfalen) und Ellwangen." [Jan 2014]

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Hier die offizielle Website des Bundeswehr-Sprachenamtes.

Gewalt ist keine Lösung! Bundeswehr raus aus Ellwangen!
Schließt die Bundeswehr-Sprachenschule!

Von der Website der Evangelischen Militärseelsorge: "Büffeln für den Einsatz. Appen, 13.02.2012, Militärseelsorge. Soldaten müssen vieles lernen: zum Beispiel den Frieden eines Landes zu verteidigen! Zur Not auch mit Gewalt! Daher müssen eine Reihe von militärischen Fertigkeiten erworben werden. Entscheidend ist – neben dem Umgang mit der Waffe – aber auch das Verständnis für andere Kulturen und Nationen. Darum wurde die Sprachenausbildung im Fach Englisch intensiviert und ausgebaut. Jeder Soldat muss in der Lage sein, sich – insbesondere im Einsatz – in der englischen Sprache angemessen ausdrücken und in ihr kommunizieren zu können. Daher sind zehn Wochen „Refreshing-Kurse“ mit fünf Stunden Unterricht pro Tag keine Seltenheit. Hinzu kommen nachmittags die Nachbereitung und eine Reihe von Hausaufgaben. Am Ende dann eine Prüfung in den Leistungsstufen 1 – 4 (leicht bis schwer). Je nach Laufbahn und Dienstgrad muss ein Soldat in der Lage sein, Sachverhalte zu beschreiben, eigene Einschätzungen zu geben, Vor- und Nachteile aufzuzeigen und sich gegebenenfalls auch über „fremde“ Themen eine Meinung zu verschaffen (von „Bekämpfung der Arbeitslosigkeit“ bis „Vor- und Nachteile der Atomenergie“) – und das auf Englisch: hören, sprechen, lesen, schreiben bzw. präsentieren …!  Um das leisten zu können, gibt es das Bundessprachenamt. Zahlreiche Lehrerinnen und Lehrer unterrichten in verschiedenen Sprachen bundesweit in diversen Kasernen. In Appen (Kreis Pinneberg), an der Unteroffizierschule der Luftwaffe, sind täglich bis zu elf Lehrerinnen und Lehrer „im Einsatz“, um die auszubildenden Soldaten in Englisch fit zu machen. Moderne Methoden haben auch hier Einzug gehalten: Flipchart, Beamer, Mind-Mapping und interaktives Lernen sind übliche Unterrichtsmethoden geworden. Auch der Verfasser dieses Artikels – Militärseelsorger in Appen – büffelt gerade mit großer Freude Englisch für den Einsatz. Jeder Militärpfarrer muss sich dieser Herausforderung stellen. Im Übrigen bereichert der Kurs auch die Allgemeinbildung und schärft den Blick für andere interessante Kulturen, Nationen und Religionen."

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Schwäbische Post - Lokales - Ellwanger Berge Virngrund - Mittwoch, 5. November 2014, Seite 18, von FRED OHNEWALD:

Es war einmal eine Garnisonsstadt

Ellwanger Rekorde: Ellwangen nahm 1955 als erste Stadt im Land Bundeswehreinheiten auf An manche Rekorde erinnert man sich auch in späteren Jahren noch mit ungetrübter Freude, andere dagegen schmerzen auch. Dass Ellwangen bis vor kurzem noch die älteste Bundeswehr-Garnisonsstadt Baden-Württembergs war, gehört zu letzterer Kategorie. Die Bundeswehr ist weg, zurück bleiben Probleme.

Ellwangen. Der 23. Januar 2014 war ein Tag, den all jene, die sich der Bundeswehr in Ellwangen verbunden fühlen, in Erinnerung behalten werden. In der Reinhardt-Kaserne versammelten sich bei Fackelschein an die tausend Besucher, um dem Auflösungsappell des Transportbataillons 465 beizuwohnen. Das war der letzte Appell, der letzte große Auftritt der Soldaten in jener Stadt, die in den Fünfzigerjahren als erste in Baden- Württemberg der neu geschaffenen Bundeswehr eine Heimat bot, in der die Soldaten mit größter Selbstverständlichkeit zum Stadtbild gehörten, die ohne Männer und Frauen in Uniform gar nicht mehr vorstellbar schien. Scheinbar ungefährdet von Umbrüchen und Neustrukturierungen aller Art – doch das war ein Irrtum.

Die militärische Geschichte Ellwangens begann freilich schon früher. In den ersten Jahren des Ersten Weltkrieges, 1914 bis 1916, wurde im Bereich Mühlberg eine Unteroffiziersanwärterschule der württembergischen Armee gebaut. Ihr war allerdings keine lange Lebensdauer beschieden, infolge des Versailler Vertrages wurde sie schon 1920 wieder aufgelöst und die Gebäude anderweitig genutzt, unter anderem als Waisenhaus. Mit des NS-Diktatur zogen wieder die Militärs am Mühlberg ein. Ab 1934 wurde sie von Soldaten bevölkert und auch erheblich ausgebaut, Einheiten von Wehrmacht und SS zogen ein, der Name lautete von 1934 bis 1945 Mühlberg-Kaserne. Nach dem Zweiten Weltkrieg besetzte die US-Armee das Gelände und nutzte es bis 1955.

1955 war dann das Jahr, als die Kaserne der gerade erst gegründeten Bundeswehr übergeben wurde. Am 23. Juli 1956 zog das Grenadierbataillon 24 als erste Einheit ein: Das war die erste Stunde des ersten Bundeswehrstandortes in Baden- Württemberg.

In den Sechzigerjahren wuchs die Kaserne, technischer Bereich und neue Unterkünfte am Südhang des Hungerbergs kamen hinzu, Schießstand und Munitionslager wurden eingerichtet. Ihren neuen Namen – Reinhardt-Kaserne – erhielt sie im Jahr 1968 nach dem General und letzten preußischen Kriegsminister Walther Reinhardt (1872 bis 1930).

Der Bundeswehr- Standort Ellwangen wurde immer mehr erweitert. 1982 bis 1986 kamen eine Nachschubhalle, eine Waschanlage und die Sportplätze hinzu, 1993 folgte ein modernes Versorgungsgebäude mit Großküche und Kantine.

In diesen Jahren war es unvorstellbar, dass Bundeswehr und Ellwangen jemals wieder getrennte Wege gehen könnten. Die Soldaten waren ins gesellschaftliche Leben der Stadt vollständig eingebunden, und wenn Uniformierte im Supermarkt an der Kasse anstanden oder Soldaten in Kampfanzügen durch die Straßen marschierten, nahm das niemand mehr zur Kenntnis: Es war einfach selbstverständlich. Das Gewitter zog im Jahr 2004 deutlich wahrnehmbar auf. Das Verteidigungsministerium beschloss, die traditionsreiche Panzergrenadierbrigade 30, allgemein „Albbrigade“ genannt, aufzulösen. Sie war bis dahin sozusagen das Herzstück der Bundeswehr in Ellwangen. Interventionen von privater und öffentlicher Seite sowie eine Unterschriftenliste mit sage und schreibe 30 000 Namen konnten daran nichts ändern. Die Ellwanger gaben sich jedoch der trügerischen Annahme hin, damit sei das Schlimmste wohl überstanden ...

Falsch gedacht. 2008 konnte man sich zwar noch über die Einrichtung des „Sprachenzentrums Süd“ in der Kaserne freuen, doch 2009 kündigte das Verteidigungsministerium eine weitere Strukturreform an. Im Folgejahr schickte der Gemeinderat eine Resolution nach Berlin und verlangte den Erhalt des Standortes Ellwangen, Regionalverband, Kreistag und andere zogen nach.

Am 26. Oktober 2011, also vor fast genau drei Jahren, kam dann aber doch das Aus. Die Reinhardt-Kaserne hat, mit Ausnahme des Sprachenzentrums, ausgedient. Alle Bemühungen, das Verteidigungsministerium umzustimmen, blieben fruchtlos. Am 23. Januar 2014 wurde mit eingangs erwähntem Auflösungsappell des Transportbataillons 465 der Schlussstrich gezogen. Den Ellwangern blieb, dank des Engagements des Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter, wenigstens das Sprachenzentrum erhalten.

Nun steht Ellwangen vor dem Problem, eine Nachnutzung des Geländes auf die Beine zustellen. In Verbindung mit dem Sprachenzentrum ist an verschiedene Bildungseinrichtungen gedacht, was jedoch vor allem vom guten Willen von Land und Bund abhängt. Auf dem Weg ist die – zumindest zeitweilige – Nutzung des südlichen Geländeteils als Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge . Eine Nutzung, die sich die Stadt Ellwangen nicht ausgesucht hat, aber auch nicht von sich weisen kann. Wie lange diese „LEA“ den Ellwangern bleibt, und was gegebenenfalls dort eines Tages Neues entstehen könnte, steht völlig in den Sternen.

Zwei Fotos: [1.] Auf diesem Bild aus den Fünfzigerjahren rollen noch Panzer durch die Ellwanger Marienstraße – bejubelt von den Bürgern. (Foto: Foto-Zirlik), [2.] Noch zu Zeiten der „Albbrigade“ entstand dieses Bild eines Appells vor dem Stabsgebäude. (Foto: Franz Rathgeb)

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SCHWÄBISCHE POST - online 20.05.2015 - von Achim Klein - in Auszügen

Bundeswehr ist noch präsent - Mit einem Sommerfest präsentiert sich das Bundeswehrsozialwerk in der Kaserne

Mit vielfäligen Aktionen und Teilnehmern stellte sich das Bundeswehrsozialwerk beim Sommerfest in der ehemaligen Reinhardt-Kaserne der Öffentlichkeit vor.

Ellwangen. Stabsoberfeldwebel Jürgen Doppstädt erklärt: "Wir wollen mit unserem Sommerfest in der Reinhardt-Kaserne demonstrieren, dass es die Bundeswehr in Ellwangen noch gibt, wenn auch nicht mehr mit Panzern, Lastwagen und Schießübungen." Das Fest wurde aus Anlass des 55-jährigen Bestehens und der Gründung des Bundeswehrsozialwerkes - am 20. Mai 1955 durch Franz-Josef Strauß und Angehörigen der Bundeswehr - veranstaltet. Das Bundeswehrsozialwerk ist vielen in Ellwangen durch die beliebten Benefizkonzerte und beispielsweise einige Fußballspiele in guter Erinnerung. Zu sehen und zu entdecken gab es am Mittwoch in der Kaserne für Besucher so einiges. Ein Besuch mit der Familie lohnte in jedem Fall. "Hallo Kinder" bot ein Kinderprogramm, Spielmöglichkeiten und Kinderschminken. Das Sprachenzentrum-Süd, das es seit 2008 in der Reinhardt-Kaserne gibt, stellte sich und das Stammpersonal mit zehn Soldaten vor... Gleich vier Tattoo-Studios aus der Raumschaft waren im Olga-Saal zu Gange und stachen Interessierten kleine Kunstwerke in die Haust... Ein Info-Truck des "Bundeswehr-Karriere-Centers" hatte sich am Offiziersheim postiert... Der Erlös des Sommerfestes ist für Sorgenkinder in Bundeswehrfamilien" und für die "Hilfe für traumatisierte Soldaten" bestimmt.

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Bundeswehr Standorte nach der Reform

Mannheim 290  
Walldürn 930  
Lauda-Königshofen 20  
Niederstetten 1200  
Neckarzimmern 320  
Bruchsal 1200  
Karlsruhe 150  
Ellwangen 30  
Calw 1540  
Stuttgart 440  
Dornstadt 1110  
Setzingen 50  
Ulm 2220  
Stetten a.k.M. 2330  
Meßstetten 20  
Donaueschingen 870  
Müllheim 890  
Todtnau 50  
Pfullendorf 310  
Ummendorf 160  
Laupheim 1630  
Freiburg   unter 15
Heidelberg   unter 15
Pforzheim   unter 15
Ravensburg   unter 15
Schwäbisch Gmünd   unter 15
     
Gesamt 15760  

 

 

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